Leistungsmessung vor und nach dem Chiptuning
Jedes optimierte Auto fühlt sich stärker an. Immer. Das liegt manchmal am Motor — und manchmal daran, dass man gerade viel Geld ausgegeben hat.
Deshalb messe ich. Einmal vorher, einmal nachher. Am selben Tag, auf derselben Strecke, mit demselben Gerät. Am Ende hast du zwei Kurven übereinander und siehst genau, was passiert ist. Kein Bauchgefühl, kein „müsste jetzt eigentlich".
Was du bekommst
Zwei Messungen und ein Diagramm zum Mitnehmen. Leistung und Drehmoment über der Drehzahl, die Vorher-Kurve direkt über der Nachher-Kurve. Als PDF — du kannst es zeigen, abheften oder beim Wiederverkauf dazulegen.
Mehrere Läufe, nicht einen. Eine einzelne Messfahrt ist kein Ergebnis. Ich fahre so lange, bis die Werte stabil sind — erst dann steht eine Zahl im Protokoll.
Gleiche Bedingungen, sonst zählt es nicht. Selbe Strecke, selber Gang, selbe Temperatur, betriebswarmer Motor. Wer vormittags bei 8 Grad misst und nachmittags bei 22, kann sich das Diagramm sparen.
Gemessen wird mobil auf der Straße – unter realen Fahrbedingungen mit echtem Fahrtwind und realer Last.
Wie funktioniert die Leistungsmessung mit dem Radsensor?
Am Rad sitzt ein Sensor, der die Drehung des Rades exakt erfasst. Zusammen mit der Reifengröße ergibt das die tatsächliche Geschwindigkeit — nicht die geschönte vom Tacho. Aus dem Steuergerät kommen über die OBD-Buchse Drehzahl und Last dazu, und Luftdruck und Temperatur liefern die Wetterdaten.
Aus diesen Werten rechnet das System die Leistung aus: Wie schnell das Fahrzeug bei bekanntem Gewicht beschleunigt, ergibt die Kraft — Kraft mal Geschwindigkeit ergibt die Leistung. Roll- und Luftwiderstand kommen dazu, die Verluste von Getriebe und Antriebsstrang werden berücksichtigt. Gemessen wird also am Rad, die Motorleistung wird daraus errechnet.
Deshalb steht im Kopf jedes Protokolls, womit gerechnet wurde: Leergewicht, Reifengröße, Luftdruck, Außentemperatur, Gang und Antriebsart. Das ist keine Deko — das sind die Eingangsgrößen. Und darum wird auf die DIN-Norm umgerechnet, damit eine Messung bei 8 Grad mit einer bei 22 Grad vergleichbar bleibt; der Korrekturwert steht ebenfalls im Protokoll.
Was das in der Praxis heißt: echter Fahrtwind, echte Last, echtes Fahrzeuggewicht. Und weil mehrere Läufe gefahren werden, zeigt sich sofort, wenn einer aus der Reihe fällt — dann wird er nicht ins Protokoll genommen, sondern wiederholt.
Echte Messungen aus der Praxis
Vier Beispiele aus den letzten Monaten — Diesel und Benziner, Limousine und SUV. Jedes Mal mehrere Läufe, gleiche Strecke, gleicher Tag, Bedingungen im Protokoll.
Audi A6 3.0 BITDI: 328 → 397 PS, 650 → 751 Nm
Mercedes C400 4Matic — 305 → 357 PS, 448 → 520 Nm
BMW X3 40d xDrive — 329 → 385 PS, 670 → 738 Nm
Audi SQ8 — 514 → 614 PS, 783 → 865 NmGemessen wird die Leistung am Rad, die Motorleistung wird daraus hochgerechnet. Werte aus dem Fahrzeugschein stammen aus einer Labormessung ohne Getriebe und Reifen und lassen sich damit nicht direkt vergleichen. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Vorher und Nachher, beide unter denselben Bedingungen gemessen.
Warum vor und nach dem Tuning messen?
Weil eine einzelne Messung nach dem Tuning gar nichts beweist. Ohne Ausgangswert steht da eine Zahl, und niemand weiß, wo das Auto vorher stand — auch du nicht.
Der Vorher-Wert ist der eigentliche Prüfpunkt. Kommt ein Fahrzeug schon im Serienzustand nicht auf das, was es bringen sollte, hat das einen Grund: undichte Ladeluftstrecke, zugesetzter Luftfilter, müder Turbolader, ein Injektor, der nicht mehr sauber arbeitet. Software heilt davon nichts. Ich finde das lieber vor der Optimierung heraus als hinterher — sonst zahlst du für ein Tuning und ärgerst dich über ein Ergebnis, das an etwas ganz anderem hängt.
Nur der direkte Vergleich ist ehrlich. Beide Messungen am selben Tag, auf derselben Strecke, im selben Gang, bei derselben Temperatur, mit demselben Tankinhalt. Wer nachmittags bei 22 Grad misst, was er vormittags bei 8 Grad gemessen hat, bekommt einen Unterschied — nur eben nicht den, um den es geht.
Und du hast es schwarz auf weiß. Zwei Kurven übereinander, beide Protokolle mit Datum, Bedingungen und mehreren Läufen. Das schützt dich beim Wiederverkauf, und es schützt uns beide vor der Diskussion „das fühlt sich aber nicht nach mehr an".
Deshalb ist die Vorher-Messung bei mir kein Zusatzangebot, sondern Teil der Sache.
PS messen ist nur die halbe Miete
Die meisten schauen zuerst auf die Spitze. Die ist der am wenigsten interessante Punkt im ganzen Diagramm.
Spannender ist der Verlauf, und dafür lohnt es sich, auch das Drehmoment zu messen und nicht nur die Leistung. Wo setzt es ein? Wie schnell baut es auf? Bleibt es oben oder bricht es weg? Ein Fahrzeug, dessen Drehmoment mehrere hundert Umdrehungen früher anliegt und über einen breiteren Bereich anliegt, fährt sich im Alltag spürbar angenehmer als eines mit ein paar PS mehr an der Spitze — an den Maximalwerten sieht man das nicht.
Auffällig ist außerdem alles, was nicht glatt aussieht: ein Einbruch im mittleren Bereich, eine Delle kurz vor der Spitze, zwei Läufe, die unterschiedlich verlaufen. Das sind Hinweise, denen man nachgehen sollte, bevor überhaupt über Optimierung geredet wird.
So läuft es ab
Check. Fehlerspeicher auslesen, Reifendruck prüfen, Fahrzeuggewicht ermitteln. Ein Fahrzeug mit Fehlereintrag bringt oft schon von sich aus weniger — das gehört vorher geklärt.
Warmfahren. Motor und Getriebe auf Betriebstemperatur.
- Messfahrten. Mehrere Läufe.
- Diagramm. Leistung und Drehmoment, als PDF.
- Bei einer Optimierung: direkt im Anschluss dieselbe Prozedur noch einmal.
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